Preisüberwachung

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Ändern mit dem Fahrplan bald auch die Preise?

by Stefan Meierhans 16. November 2009 10:44

In einem Monat ziehen die SBB ihre Ruhewagen in der 2. Klasse aus dem Verkehr. Zu reden geben werden die SBB aber auch ausserhalb ihrer Wagenabteile.

Ohne Gegenwehr - auch von der Preisüberwachung - würden die SBB am 12. Dezember nicht nur auf den neuen Fahrplan umstellen, sondern auch die Billettpreise anheben. Denn wir sind noch mitten in der Krise - da müssen staatsnahe Betriebe auf die Volkswirtschaft Rücksicht nehmen. Darüber habe ich im März gebloggt.  Jetzt mehren sich die Anzeichen einer geplanten Preiserhöhung per Ende 2010. Auch wenn konkret bei mir noch nichts auf dem Tisch liegt.

Wir werden allfällige Tariferhöhungen ganz genau prüfen. Die SBB unterbreiten aufgrund ihrer besonderen Marktstellung allfällige Tariferhöhungen dem Preisüberwacher vorgängig. So geschehen 2007, als die SBB die sogenannten Distanzzuschläge auf gewissen "Parade-Strecken" erhöhen wollten. Auf diesen Schritt verzichtete die SBB schliesslich auf Drängen der Preisüberwachung (siehe einvernehmliche Regelung).Werden Sie bald tiefer in die Tasche greifen müssen?

In ihrem Befund schrieb die Preisüberwachung damals: Die Gewinne des Kernfernverkehrs sind hoch. Für die ganze Sparte lässt sich eine Tarifanpassung im Personenverkehr auf Grund der Gewinnbeurteilung nicht rechtfertigen. 

Ich verfolge die gegenwärtige Diskussionen mit Interesse. Und wenn die Pläne konkreter werden, werden wir uns intensiv damit beschäftigen. 

Bildquelle: flickr

Zonen geben den Tarif durch

by Stefan Meierhans 21. August 2009 15:24

Verstehen Sie bei «Flextax», «U-Abo», «A-Welle», «ZVV», «ZigZag», «Libero», «Passepartout», «Zugerpass» und «Ostwind» auch nur Bahnhof?

Das ÖV-Angebot der Schweiz zählt zu den besten der Welt. Praktisch für die Konsumentinnen und Konsumenten, dass sich in vielen Regionen die Anbieter zu Tarifverbünden zusammengeschlossen haben: Ein einziges Abonnement oder Billett ermöglicht während der Gültigkeitsdauer unbeschränkte Fahrten innerhalb bestimmter Zonen.

Zonenplan - Beispiel U-Bahn LondonIch beurteile die Preisgestaltung nach Tarifzonen - trotz einiger Vorteile - durchaus auch kritisch. Denn in den meisten Fällen sind die innerstädtischen Tarifzonen in allen Abonnementen und Billetts obligatorisch enthalten. Pendlerin A, die täglich von Zollikofen nach Bern an ihren Arbeitsplatz gleich hinter dem Bahnhof fährt, bezahlt damit automatisch für das gesamte städtische Tram- und Busangebot mit, egal, ob sie es jemals nutzt oder nicht. Noch schlechter fährt Pendler B, der in Glattbrugg wohnt und in Oerlikon arbeitet. Tarifzone 10 (in der Oerlikon liegt) wird für die Preisberechnung doppelt gezählt. So ist er gezwungen, für drei statt deren zwei Tarifzonen zu bezahlen - auch wenn er nur selten oder nie ins Zentrum fährt. Dies führt zum Teil zu Unverständnis bei den Konsumentinnen und Konsumenten - was sich in entsprechenden Bürgermeldungen bei mir niederschlägt.

Um der Kritik mindestens teilweise begegnen zu können, sind Tarifverbünde jedenfalls gut beraten, wenn Zonen-Einteilungen oder Neu-Einteilungen nicht als Tariferhöhung konzipiert werden, sondern im Gesamtergebnis einnahmenneutral bleiben.


Sind Sie auch schon auf ein solches Problem gestossen?

 


Bildquelle: Flickr.


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Der Preisüberwacher

Stefan Meierhans ist seit dem 1. Oktober 2008 Preisüberwacher. „Monsieur Prix“ ist Jurist. Nach seinem Studium in Basel, Oslo und Uppsala arbeitete er zuerst im Bundesamt für Justiz. Anschliessend wirkte er von 1998 bis 2003 im Stab der Bundesräte Koller und Metzler-Arnold. Zuletzt war Meierhans in der Privatwirtschaft tätig. Er ist Mitglied der CVP und lebt mit seiner Familie in Bern.

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