Preisüberwachung

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Wenn statt dem Handy die Kasse klingelt

by Stefan Meierhans 15. April 2009 15:15

Quand le bruit de la caisse enregistreuse met en sourdine la sonnerie du natel
La giungla della telefonie mobile
Vielfältiges Angebot birgt auch Gefahren. Bildquelle: Flickr.Das Mobiltelefon ist für mich - wie für viele Schweizerinnen und Schweizer - zu einem treuen Begleiter geworden. In der Wahrnehmung der Konsumentinnen und Konsumenten spielt es eine grosse Rolle. Das zeigt sich im Publikumskontakt der Preisüberwachung.  


Schwierig, hier den Überblick zu wahren. Bildquelle: flickr


Der Wettbewerb im Mobilfunkmarkt zeigt zwar - zumindest teilweise - Wirkungen. Dass die Preise sinken, zeigt eine Publikation des BAKOM vom März 2009. Für den Einzelnen besteht nach wie vor erhebliches Einsparpotenzial durch die geschickte Wahl des Abos, wie der Internetvergleichsdienst Comparis regelmässig aufzeigt.

 

In der öffentlichen Wahrnehmung läuten beim Thema Mobilfunk trotzdem die Alarmglocken. Eine Durchsicht der jüngsten Publikumsbeschwerden zeigt, dass häufig nicht die eigentlichen Tarife (Preis pro Minute / Preis pro SMS), sondern anderes für Ärger sorgt:
- die (fehlende) Transparenz und (Un-) Übersichtlichkeit der Preispläne,
- die Vertragsbedingungen, oder
- schlechte Erfahrungen mit dem Kundendienst

Hinzu kommen schmerzliche Erfahrungen einiger, die sich aufgrund von Datenverbindungen im In- und Ausland unerwartet mit Rechnungsbeträgen im vierstelligen Bereich konfrontiert sahen. Kurzum:
Wer im Preisplan-Dschungel den Überblick verliert, tappt leicht in eine Kostenfalle.
Wir setzen uns deshalb für verbesserte Transparenzvorschriften und Konsumentenschutzbestimmungen ein:  

- Wer Geräte und Abos verkauft, die sich bei der Verwendung im Ausland zu Kostenfallen entwickeln, trifft eine Aufklärungspflicht. Es muss klar kommuniziert werden, dass z.B. der Download eines YouTube-Films weit über 20 Franken kosten kann.

-
Es sind Schutzmechanismen gegen überhöhte Rechnungsbeträge nötig (z.B. Warnung per SMS, wenn der Rechnungsbetrag einen definierten Betrag übersteigt).

-
Es besteht Handlungsbedarf bei den Mobilterminierungspreisen. Das heisst bezüglich der Preise, wenn man von einem Netz ins andere telefoniert (z.B. von Swisscom zu Orange oder zu Sunrise). Diese Preise kommen nicht im freien Wettbewerb zu Stande. Sie werden zwischen den Anbietern direkt vereinbart.

Wir finden, dass sie von der Eidg. Kommunkationskommission (Comcom) von Amtes wegen überprüft werden sollten. Dazu muss aber das Gesetz angepasst werden. Gemeinsam mit der Wettbewerbskommission (Weko) und der ComCom haben wir den Bundesrat aufgefordert, rasch eine entsprechende Änderung umzusetzen. Die Forderung wurde durch eine Motion von Ständerätin Erika Forster-Vannini unterstützt und vom Ständerat bereits überwiesen.

Und - was sind Ihre Erfahrungen im "Handydschungel"?

>>> Zusatzinfos
-
Kosten der Mobilfunkdienste_Vergleich und Entwicklung.pdf (378,91 kb) (Quelle: www.bakom.admin.ch/dokumentation/zahlen)
-
Brief an den Bundesrat vom 25. August 2008.pdf (38,88 kb) (Quelle: www.preisueberwacher.admin.ch/themen)

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Der Preisüberwacher

Stefan Meierhans ist seit dem 1. Oktober 2008 Preisüberwacher. „Monsieur Prix“ ist Jurist. Nach seinem Studium in Basel, Oslo und Uppsala arbeitete er zuerst im Bundesamt für Justiz. Anschliessend wirkte er von 1998 bis 2003 im Stab der Bundesräte Koller und Metzler-Arnold. Zuletzt war Meierhans in der Privatwirtschaft tätig. Er ist Mitglied der CVP und lebt mit seiner Familie in Bern.

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