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Bergbahnen, Skifahren - und Skitouren

Tarif des remontés méchaniques
Tariffe delle funivie svizzere
 

SktiourenLetzte Woche war in Bern Sportwoche. Auch ich war in den Sportferien: Skitouren standen auf dem Programm, im idyllischen La Fouly im Val Ferret in den Walliser Alpen. Was hat das mit dem Preisüberwacher zu tun?

Nun, immer wieder erreichen mich Zuschriften, die Preise bei Bergbahnen betreffen. Gleich vorab: Eingreifen in das Tarifgefüge der Bergbahnen kann ich als Preisüberwacher nicht. Denn ich darf nur dann eingreifen, wenn kein Wettbewerb herrscht. Im Rahmen der Marktbeobachtung dennoch einige Gedanken: Jeder zweite zählt Wandern zu seinen Lieblingssportarten, und rund ein Viertel der Schweizer fahren Ski, wie eine repräsentative Studie des Bundesamtes für Sport BASPO ergeben hat.
Die Bergbahnen setzten in der Saison 2007/2008 eine knappe Milliarde Franken um, wie man der entsprechenden
Publikation des Seilbahnverbandes entnehmen kann. Die entsprechenden Gewinnmeldungen zahlreicher Bergbahnen - vor allem in den grossen Skistationen - letztes Jahr haben gezeigt, dass das Geschäft gut gelaufen ist.  Neun von zehn Bergbahnen haben dennoch auf diese Saison hin die Billetpreise erhöht, wie die Zeitung "Sonntag" am 19. Oktober 2008 aufgezeigt hatte. Als Grund wurden Investitionen in Infrastrukturen, aber auch gestiegene Öl- und Strompreise angeführt.

Jetzt stehen wir mitten in der Saison. Über Schneemangel kann sich diesen Winter kein Skigebiet beklagen. Über die Festtage waren die Skigebiete voll - und auch die laufenden Skiferien bescheren den Bahnen Kunden auf den tief verschneiten Hängen.
Vor dem Hintergrund der gefallenen Energiekosten im Erdölbereich, der Reduktion der Preiserhöhungen für Strom und den guten Schneeverhältnissen kann ich den Ärger von Konsumentinnen und Konsumenten - insbesondere von Mehrkinderfamilien - über die Preiserhöhungen nachvollziehen. Auch die neue Praxis, dass Keycards für Skikarten an einzelnen Skidestinationen nicht mehr mit einem Depot belegt und anschliessend zurückgegeben werden können - sondern neu gekauft werden müssen, trifft zu Recht auf Kritik.
Kurzum: Ich bin gespannt, welche Abschlüsse die verschiedenen Bergbahnen Ende Saison vorlegen werden.

Dennoch: Im Bereich des Wintersports herrscht Wettbewerb. Wir alle haben die Wahl, wo wir unsere Skiausflüge hin machen. Auf dem Internet publizierte Listen und Tarife der Bergbahnen geben uns die Möglichkeit, zu vergleichen. Denn im Bereich der Tarife für Bergbahnen ist die Kompetenz des Preisüberwachers von Gesetzes wegen beschränkt.
Mein Tipp: Machen Sie sich kundig, wo sie zu günstigen Preisen Skifahren können. Nutzen Sie den Wettbewerb. Aber Obacht: Nicht allein die Kosten der Bahnen sind zu berücksichtigen - auch die Hotel- oder Ferienwohnungspreise, die Restaurantpreise und der Preis der Anreise muss berücksichtigt werden.

Und wenn Sie gar kein Geld für Bahnen ausgeben wollen - machen Sie es wie ich: Unternehmen Sie eine Skitour - dann sind Sie von den Tarifen der Bergbahnen gänzlich unabhängig.

Kommentare (4) -

  • Peter Vollmer

    13.02.2009 18:06:05 |

    Seilbahnen Schweiz findet die Aussagen des Preisüberwachers Stefan Meierhans betreffend die Preisgestaltung der Bergbahnen unangemessen. Es kann nicht Aufgabe des Preisüberwachers sein, über den eigenen Blog und die Medien tarifgestalterisch zu intervenieren, den touristischen Bahnunternehmen indirekt Vorwürfe zu machen und der Öffentlichkeit Empfehlungen zu erteilen. Der Preisüberwacher greift in der Regel nur in begründeten Fällen ein. Im Falle der breiten Angebotpalette der Wintersportdestinationen besteht kein Handlungsbedarf.
    Zur Preissituation bei den Bergbahnen gilt es festzuhalten, dass die minimalen Anpassungen, die einzelne Unternehmen eigenverantwortlich vorgenommen haben, in praktisch allen Fällen begründet sind. Die minimalen Preiserhöhungen waren einerseits schon allein darum gerechtfertigt, weil in den vergangenen Jahren kaum Preisanpassungen vorgenommen wurden. Anderseits sehen sich die Bahnunternehmen auf praktisch allen Ebenen mit zunehmenden Kosten konfrontiert. Wir denken dabei an die fortlaufende Optimierung der Qualitätsstandards bei den Installationen, der Infrastruktur, der Pistenpräparation und den permanenten Unterhaltsinvestitionen. Hinzu kommen auch die steigenden Energie- und Personalkosten.
    Die unterschiedlichen Tarife bei den Seilbahnen sind übrigens auch in Bezug der Investition und des Angebots jeder einzelnen Destination zu beurteilen. Es gilt dabei auch festzustellen, dass wir in der Schweiz glücklicherweise eine sehr vielfältige Auswahl an Skigebieten haben. Wir verfügen über eine Angebotspalette, die für die unterschiedlichsten Budgets Möglichkeiten bietet. Der Wettbewerb ist in jeder Hinsicht gegeben. Und praktisch alle Stationen bieten auch günstige Familientarife an und viele Skidestinationen transportieren Kinder sogar bis zum neunten Lebensjahr unentgeltlich.
    Wir laden den Preisüberwacher zum Gespräch ein.

    Dr. Peter Vollmer
    Direktor Seilbahnen Schweiz

  • Stefan Meierhans

    13.02.2009 19:05:54 |

    Gemäss Preisüberwachungsgesetz kann jeder und jede eine Missbrauchsanzeige beim Preisüberwacher deponieren. Dieser muss den Anzeigen von Gesetzes wegen nachgehen. Weiter stipuliert das Preisüberwachungsgesetz, dass der Preisüberwacher sowohl den Markt beobachten als auch die Öffentlichkeit über seine Tätigkeit zu informieren hat. Soweit zur gesetzlichen Grundlage (vgl. dazu das Preisüberwachungsgesetz, abrufbar unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/c942_20.html )
    Die auf dem Blog veröffentlichte Antwort kommt dieser gesetzlichen Pflicht nach. Sie unterstreicht auch, dass keine direkte Interventionsmöglichkeit des Preisüberwachers im allgemeinen besteht - (wohl jedoch in gewissen Konstellationen von Monopolen bei Berg-/Seilbahntransporten privater Gesellschaften, z.B. von Einwohnern, die nur via Seilbahn zu ihren Wohnungen gelangen können oder in gewissen Bereichen des Gütertransportes).
    Weiter ermuntert der Blogbeitrag die Konsumentinnen und Konsumenten zur Nutzung des Wettbewerbes und weist auf die familien- und sozialpolitische Brisanz in Zusammenhang mit dem Wintersport hin.
    Gerne stehe ich natürlich für ein Gespräch zur Verfügung.  
    In diesem Sinne – beste Grüsse
    Stefan Meierhans

  • Patrice Copin

    16.02.2009 03:01:38 |

    Dazu habe ich auch eine Frage was der Bund machen kann. Dass es Gondels in den Bergen gibt, und dass eine Firma Profit davon erwartet ist eine Sache, aber dass ich für eine Piste bezahlen MUSS auch wenn ich nur von einer Skitour zurückkomme finde ich verrückt. Das gibt es schon: Morgins zum Beispiel; Verbier spricht davon. Wäre das auch einen Job für den Preisüberwacher? Denn es geht hier um Preise wo es keinen Wettbewerb geben soll.
    beste Grüsse,
    Patrice Copin - Genève

  • Ute

    19.02.2009 14:08:57 |

    Ich liebe alle Sportveranstaltungen, wie ich sie gern Ski. Jedes Wochenende werden wir mit der Familie zum Skifahren und Zeit gut.

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