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Bagatellgrenze - Wirksamer Wettbewerb?

Die Globalisierung schreitet fort, man kann sie weder aufhalten noch wegdiskutieren. Am besten fährt man mit ihr, wenn man Handelshemmnisse abbaut. Dann haben alle gleichlange Spiesse und das ist eine gute Voraussetzung für funktionierenden Wettbewerb und fairen Handel. Deshalb befremden mich neueste Vorschläge, die sich gegen den sogenannten „Einkaufstourismus“ nach Deutschland wenden. Gemäss dieses Vorschlags sollen Schweizer künftig für „Bagatelleinkäufe“ im Wert bis zu 250 EUR keine deutsche Mehrwertsteuer zurückerstattet bekommen. Das spart dem deutschen Zoll Arbeit und die geistigen Väter auf Schweizer Seite hoffen, dem zunehmenden Einkaufstourismus Einhalt bieten zu können.

Aus meiner Sicht schneidet man hier dem Unkraut zwei Blätter ab, statt es an der Wurzel zu packen. Den Einkaufstourismus gibt es, weil die Schweiz nach wie vor eine Hochpreisinsel ist. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Der Einkaufstourismus kann nur gestoppt werden, wenn die Preis-Leistungsverhältnisse keine Anreize mehr bieten, den Weg über die Grenze zu nehmen. Das heisst einerseits, viele unserer Preise mit allem was da dranhängt, werden sinken müssen bzw. unsere Dienstleistungen rund um die Produkte müssen einen höheren Preis aus Verbrauchersicht rechtfertigen. Alles andere sind Schlaumeiereien, die vielleicht kurzfristig Wirkung zeigen aber langfristig nichts bringen - denn Österreich, Italien und Frankreich sind nah. Wir sollten keine Zeit mit Kosmetik verschwenden, sondern den Wettbewerb stärken indem wir z.B. Parallelimporte erleichtern, das Cassis-de-Dijon-Prinzip konsequent umsetzen oder überflüssige Handelshemmnisse wie separate Zulassungen oder Zölle abbauen. Ein verstärktes Augenmerk muss auch auf Kostensenkungen gelegt werden. In diesem Sinne wiederhole ich meine Forderung, die Mehrwertsteuerfreigrenzen z.B. bei Importen via Internet deutlich zu erhöhen. Die gegenwärtige Grenze von 5.- Franken ist klar zu tief.  Sollten die Absichten zur Einführung einer ‚Bagatellgrenze‘ in Deutschland umgesetzt werden, wäre dieser Schritt umso dringlicher.

Die Schweiz ist bekannt für Qualitätsprodukte und exzellente Dienstleistungen. Unsere Herausforderung ist, diese mit gutem Preis-Leistungsverhältnissen auch im europäischen Vergleich anzubieten. Dieser Prozess wird sicher nicht schmerzlos aber er ist alternativlos und der einzige dauerhaft erfolgversprechende Weg für unsere Wirtschaft und damit für unseren Wohlstand.  
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Lors de l’importation directe de produits, la TVA étrangère est déduite du prix de la marchandise. Dans un article, le SonntagsZeitung mentionne le projet des autorités allemandes de ne plus rembourser, pour des raisons de coût, cette TVA pour les produits jusqu’à une valeur de 100 voire de 250 euros. La concrétisation d’une telle décision n’irait pas dans l’intérêt des consommateurs suisses, vu qu’elle renchérirait le prix des produits.

Kommentare (3) -

  • Markus Saurer

    29.10.2012 19:51:54 |

    Bis auf die Bemerkung zu den Parallelimporten alles richtig.
    Wink

  • Kathy Rikin

    31.10.2012 11:18:37 |

    Wettbewerb ist der beste Preisdruck. Jeder Schweizer soll einkaufen, wo es besser und billiger ist. Die Schweizer Einkaufstouristen beanspruchen aber für sich überhaupt keine Abgaben zu bezahlen, denn bis zu einem Einkaufsbetrag von 300 Franken umgehen sie auch die Schweizer Mehrwertsteuer.
    Diese Bagatellrückforderungen nützen weder der Schweiz noch Deutschland. Sie schaden unseren KMU, und bringen dem deutschen Zoll einen unsinnigen administrativen Mehraufwand. Während dem die Schweiz über eine solche Mindestgrenze verfügt kann man in Deutschland jede Euro zurückfordern. Das kurbelt den Einkauf in Deutschland zusätzlich an und wird uns viele Arbeitsplätze kosten.
    Wenn ich mein Olivenöl in Italien einkaufe, bin ich froh, dass es ausgezeichnet und billiger ist, es käme mir aber nicht in den Sinn die IVA (MWST) zurückzufordern.
    Cassis-de Dijon-Prinzip, Parallelimporte Kampf gegen nichttarifäre Handelshemnisse sind die richtigen Mittel, um die Konsumentenpreise zu senken.
    www.ezv.admin.ch/.../index.html?lang=de
    www.estv.admin.ch/.../index.html

  • Oswald Petersen

    08.11.2012 09:12:48 |

    Sehr geehrter Herr Meierhans,

    der Preisunterschied Deutschland/Schweiz wird durch die Meherwertsteuererstattung bei Einkäufen unter 300 SFR pro Person und Tag noch verstärkt. Die Abschaffung der Erstattung würde den Einkaufstourismus sehr wohl und deutlich einschränken.

    Genaueres siehe www.kams.ch

    mfg

    Oswald Petersen

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