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Energieverschwendung

Nein, das wird kein Blog zur Energiewende. Man kann auch als Produkthersteller viel Zeit und Energie verschwenden, wenn man sich für die falsche Strategie entscheidet. Im Jahre 2011 musste sich die Wettbewerbskommission mit Herstellern Weisser Ware (d.h. Haushaltsgrossgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke etc.) beschäftigen, die den Online-Handel mit ihren Produkten unterbinden wollten. Die für das Verbot vorgebrachten Argumente stellten hauptsächlich auf Beratungs- und Qualitätsbedenken ab. Die Hersteller sahen auch Trittbrettfahrer-Effekte und wollten ganz grundsätzlich den höherpreisigen stationären Handel schützen. Nach einer Untersuchung erkannte die Wettbewerbskommission eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung. Das Ergebnis der Verhandlungen war eine einvernehmliche Regelung, in der die Hersteller den Online-Handel zwar erlauben aber zu genau definierten Bedingungen. Die Kosten des Verfahrens wurden geteilt und die Beteiligten waren, soweit möglich, zufrieden.
Die Vereinbarung mutet beinahe an wie ein teuer erstrittener einziger Sandsack auf weiter Flur, der als Damm gegen die Sintflut schützen soll.
Die Sintflut kennt man auch als Globalisierung und Sandsäcke sind ganz sicher das falsche Mittel um mit ihr fertig zu werden. Kanalisieren und die Energie nutzen - erscheint mir das Gebot der Stunde! Wettbewerbshindernisse und auch Wettbewerbshindernisse-light bringen nichts. Im besten Fall wirken sie temporär, im schlimmsten verärgert man die real-wie-auch-virtuell-mobilen Konsumenten nachhaltig. Eine prosperierende Zukunftsperspektive ist das jedenfalls nicht. Gerade der Online-Handel führt zu mehr Wettbewerb – und zu Vergleichbarkeit von Angeboten und Preisen. Lasst ihn uns fördern, nicht behindern! Da könnte die Wettbewerbskommission in Zukunft im Interesse besser spielenden Wettbewerbs bei uns in der Schweiz durchaus noch einen Schritt konsequenter sein und weiter gehen. Denn:
Angesichts der schleppenden Kartellgesetz-Revision sollte die Wettbewerbskommission (wie bei den Notaren) in den Bereichen, in denen sie selbst entscheiden oder empfehlen kann, für so viel Wettbewerb wie möglich sorgen. Ich jedenfalls plädiere einmal mehr dafür Wettbewerbshindernisse, wo immer möglich, abzubauen bzw. gar nicht erst zuzulassen. Gleichlange Spiesse für alle ist die Voraussetzung für wirksamen Wettbewerb. Spielt er, dann entscheiden Produkt- oder Dienstleistungsmerkmale über Erfolg oder Misserfolg. Mit Leistung verdient man Geld. Protektionismus kostet viel und bringt keinen nachhaltigen Mehrwert – nicht den Kunden, langfristig auch nicht dem Handel – und der Wirtschaft als ganzes auch nicht.

Bildquelle: MS Office, Cliparts

Kommentare (3) -

  • Markus Saurer

    15.10.2013 17:47:00 |

    Wow. Wie einfach das alles doch ist. Die mittlerweile über dreissigjährige Disskussion der Wettbewerbsökonomen und -juristen seit Borks "Antitrust Paradox" scheint reine Ergotherapie zu sein. Auch die Ergebnisse der Kartellgesetzevaluation sind irrelevant. Nicht verzagen, Meierhans fragen! Am besten schaffen wir diese Weko gleich ab und betrauen die Pü auch mit dem KG-Vollzug.Damit wäre dann schluss mit der Energieverschwendung.

  • steuerberater regensburg

    29.11.2014 21:00:48 |

    Very nice and interesting facts you have arose. Keep sharing good things.

  • Markus Saurer

    01.12.2014 10:57:29 |

    Dieser Preisüberwacherblog scheint von eterneller Bedeutung zu sein, wenn da Beiträge noch nach Jahren zu grössten Diskussionen Anlass geben. Einen solche Status erreicht sonst nur etwas Dantes Divina Commedia oder Goethes Faust. Bravo!

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