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Most Wanted: öV-Tarife zum Umsteigen

Trotz massivem Ausbau und grossen Investitionen, stagniert der Anteil des öffentlichen Verkehrs seit zehn Jahren.* Gleich mehrere gleichlautende Postulate sind Ende 2019 im Parlament eingereicht worden, mit dem Ziel, den Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr zu steigern. Der Bundesrat soll dem Parlament einen entsprechenden Massnahmenplan unterbreiten.**
Gewisse Bevölkerungsgruppen sind sehr stark auf den öffentlichen Verkehr angewiesen und haben keine Ausweichmöglichkeiten. Andere hingegen benutzen gerade im Freizeitverkehr selten den ÖV. Die Verkehrsmittelwahl wird neben anderen Faktoren auch stark vom Preis beeinflusst. Zur Steigerung der Attraktivität und damit zur Erhöhung der Nutzung des ÖVs, drängen sich deshalb preisliche Massnahmen auf. Dabei können entweder die Preise für Abonnements und Billette sinken und/oder diejenigen des motorisierten Individualverkehrs erhöht werden. Statt einer Erhöhung der preislichen Attraktivität sehen wir jedoch das Gegenteil - der ÖV wird ständig teurer, während der motorisierte Individualverkehr auch im Vergleich zur allgemeinen Teuerung günstiger geworden ist. Besonders beunruhigend ist, dass sich die preisliche Schere zwischen beiden Varianten in den letzten Jahren immer weiter zu Ungunsten des öVs geöffnet hat. Das zeigt auch mein backofenfrischer, aktualisierter Vergleich der Fahrtkosten***:
 
 
Über die Deutsche Bahn las man kürzlich : «Deutsche Bahn senkt Preise um zehn Prozent»***** .
Auch in der Schweiz bietet sich eine generelle Preissenkung von 2 bis 3% an, weil die Kosten 2021 sinken werden: Der Bund senkt den Trassenpreis. Mit einer solchen Tarifsenkung per Dezember 2021 kann das Auseinanderdriften der Kosten von Privatautos und vom öffentlichen Verkehr verringert werden, ohne dass die Abgeltungen erhöht werden müssten. Eine Gelegenheit, die es aus Sicht des Preisüberwachers dringend zu nutzen gilt. Die Kundinnen und Kunden bezahlen seit Jahren einen immer grösseren Anteil der Kosten des öffentlichen Verkehrs. Der Erfolg der Sparbillette zeigt, dass gezielte Vergünstigungen dem ÖV Mehrverkehr bescheren und die Leute zum Umsteigen vom Auto auf den ÖV bewegen können. Preissenkungen sind eine Massnahme, die sich prominent anbietet, um den Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr zu steigern.
 
* https://www.are.admin.ch/dam/are/de/dokumente/verkehr/publikationen/modalsplit-personenverkehr-schweiz.pdf.download.pdf/modalsplit-personenverkehr-schweiz-de.pdf
** Motionen 19.4443, 19.4444, 19.4445, 19.4446 - Titel: «Massnahmenplan zur Steigerung des öV-Anteils am Gesamtverkehr»
*** Die dabei verwendete Methodik entspricht derjenigen der früheren vergleichenden Analysen. Für eine genauere Beschreibung des Vorgehens verweise ich auf den Erläuterungsbericht aus dem Jahr 2016. Preisüberwachung (2016): «Bericht: Entwicklung der Fahrkosten im Strassen- und Schienenverkehr- Eine Untersuchung anhand von fünf exemplarischen Strecken in der Schweiz», Oktober 2016, abrufbar unter: https://www.preisueberwacher.admin.ch/dam/pue/de/dokumente/studien/Entwicklung%20der%20Fahrkosten%20im%20Strassen-%20und%20Schienenverkehr.pdf.download.pdf/27_10_16%20Bericht%20Entwicklung%20Strasse%20Schiene_d.pdf
4 https://www.tcs.ch/de/testberichte-ratgeber/ratgeber/kontrollen-unterhalt/kilometerkosten.php
***** ZEIT ONLINE: vom 20. Dezember 2019: https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-12/bahntickets-deutsche-bahn-preissenkung-verguenstigung-mehrwertsteuer-bahncard