Treten Sie mit mir in einen Preisdialog. Auf der Webseite gibt es einen Hinweis, was in meine Zuständigkeit fällt. Sie können mir Ihr Anliegen auf zwei verschiedenen Wegen zur Kenntnis bringen:
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Die SBB-Gutscheine werden verschickt

Zehn Franken erhält jeder Halbtax-Kunde – dieses und sicher noch einmal nächstes Jahr – per Post ins Haus geschickt. Die Aktion startete letzte Woche (KW 35) und sollte bis Mitte September abgeschlossen sein. Die Gutscheine können im gesamten öffentlichen Verkehr genutzt werden. Eine Beschränkung auf die SBB gibt es explizit nicht. Die Gutscheine sind Teil einer Vereinbarung zwischen den SBB und mir mit dem Ziel, den Fernverkehrskunden, die systembedingt zu viel zahlen, knapp 30 Mio. Franken zurückzuerstatten. Diese Rückerstattung soll grundsätzlich über ein tägliches Angebot von mindestens 5.000 Rabattbilletten mit Nachlässen von 30-50% erfolgen. Da die diesjährigen Verkäufe jedoch nicht die geplante Rückerstattungssumme erreichen werden, vereinbarten wir zusätzlich jedem Halbtax-Kunden 2015 und 2016 einen 10 Franken-Gutschein abzugeben. Die eventuell darüber hinaus verbleibende Differenz zu den 30 Mio. wird im nächsten Jahr in Form von 50% Rabatten auf die 9-Tageskarten mit Halbtax vergütet. Ich wünsche allseits gute Fahrt!

 

ÖV: Alles neu macht…. 2015

Im öffentlichen Verkehr werden nächstes Jahr zwei interessante Produkte neu eingeführt:

Ein Abend-GA wird für 3 Monate im Pilotversuch verkauft. Es hat eine Laufzeit von 6 Monaten und funktioniert wie ein „normales GA“. Es ist die ganze Woche jeweils nach 19 Uhr gültig. So kann man zeitlich flexiblen Kunden preislich entgegenkommen und gleichzeitig die Verbindungen während den Hauptverkehrszeiten entlasten. Wenn das wie geplant funktioniert, gewinnen alle Kundinnen und Kunden. Ein Beispiel gefällig: Am Freitag um 19.02 Uhr von Bern nach Lugano (an: 22.47 Uhr). Am Sonntag zurück - 19.12 Uhr ab Lugano, Ankunft in Bern 23.00 Uhr.

Weiter wird es auf den 50 top Fernverkehrsverbindungen (siehe Einvernehmliche Regelung mit dem VöV, Anhang 1, S.6) täglich 5000 “Rabatttickets“ geben: Auf diese Tickets werden Preisnachlässe in Höhe von 30 – 50 Prozent gewährt. Sie sind personen- und vorerst auch zuggebunden. Die Zugbindung ist laut SBB leider vorderhand noch notwendig. Ich bedauere das sehr. Immerhin: Sie sollte spätestens im ersten Quartal 2016 aufgeboben werden.

Rabatttickets, Spartickets – wo ist da der Unterschied?
Ich bin kein ausgesprochener Fan der bisherigen Spartickets: Wenig Transparenz, mal kleinere mal grössere Sparbeträge, die Zugbindung und die Vorverkaufsfristen. Aus meiner Sicht ist die Attraktivität dieses Produkts fragwürdig und wahrscheinlich ist es auch nicht anders gewollt.
Anders sieht es für die Rabatttickets aus. Dort haben wir einen zusätzlichen Anreiz eingebaut! Es ist im Interesse der SBB diese Tickets so zu gestalten, dass sie stark nachgefragt werden. Denn die SBB und ich haben ausgehandelt, dass den Kunden jährlich 29.2 Mio. CHF über Preisermässigungen zurück erstattet werden müssen. Sollte diese Summe über die Rabatttickets nicht erreicht werden, muss die SBB im darauffolgendem Jahr den Restbetrag über 50% Reduktionen auf 9-Uhr-Karten mit Halbtax weitergegeben. Was angesichts des vereinbarten Preises von 29 Stutz pro Tageskarte (z.B. für die Retour-Fahrt von Bern nach Lugano) ein Zusatzaufwand ist, den man sicher lieber sparen würde.
Erwerben können Sie die neuen Tickets ab Dezember diesen Jahres - im Internet, über die Mobile App und am Schalter. Einzig am Automaten wird man sie nicht beziehen können.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen mit dem Abend GA bzw. mit den Rabatttickets berichten!

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Zeitgeist: Transport statt Reisen

Seit dem Frühjahr diesen Jahres bietet die französische Staatsbahn TGV-Verbindungen zwischen mehreren grossen Städten zu Billig-Preisen an. Das Vorbild sind ganz offensichtlich Billig-Flieger. Wie bei ihnen auch, werden Tickets zu Tiefstpreisen (ab 10 EUR) verkauft. Getreu dem Motto: Transport von A nach B im Doppelstockwagen ohne Komfort und mit wenig Service. So befinden sich die angefahrenen Bahnhöfe ausserhalb der grossen Städte, Buchungen sind nur übers Internet möglich, eine erste Klasse gibt es nicht, die Gepäckstücke sind limitiert, der Zeitaufwand ist grösser, die Zugbegleitung auf ein Minimum reduziert – ABER der Preis ist unschlagbar.

Das Konzept könnte aufgehen, denn es scheint den Zeitgeist zu treffen. Das Beispiel der Billig-Flieger zeigt: Viele Leute suchen heute eher nach günstigen Transport statt nach dem Reiseerlebnis auf dem Weg zum Zielort.
Eine bedenkenswerte Entwicklung – auch in der Schweiz. Zumal der Druck, Kunden zu finden und zu binden, auch für die SBB grösser werden wird. Denn neben Billigfliegern werden künftig hoffentlich auch Fernbus-Unternehmen Reisende umwerben. (vgl. mein Blog „Fernbusse“)

Die SBB hat soeben mitgeteilt, ihre ICN-Flotte rundum erneuern zu wollen. Neben technischen Revisionen, sollen auch optische Aufwertungen im grossen Stil vorgenommen werden. So ist von neuen Teppichen, neuen Sitzbezügen und verbesserten Handyempfang die Rede. Das ist natürlich nicht gratis und der Kunde bezahlt es via Ticketpreis.

Ich stelle mir die Frage, ob diese Aufwertungen in jedem Fall einem Kundenbedürfnis entsprechen? Oder, ob man statt mit „Klasse“ eben auch mit „Masse“ Kunden gut bedienen kann? Gerade für jüngere Leute und Familien wäre ein solches Konzept überlegenswert. Angesichts stetig steigender Abo- und Ticketpreise im Schienenverkehr (vgl. Newsletter 03/13) wären Konzepte für kleine Budgets eine durchaus sinnvolle Ergänzung des Bahnangebots.

Bildquelle: MS Office, Cliparts

Newsletter: Flugpreise ZRH-BRU, ÖV-Preise, Urteil Bundesverwaltungsgericht Auskunftspflicht, Marché de Montreux

Eben erschienen:  

 

Newsletter Nr. 2/12 

 









INHALTSÜBERSICHT/ CONTENU/ CONTENUTO

1. HAUPTARTIKEL/ ARTICLE PRINCIPALE/ ARTICOLO PRINCIPALE

Flugpreise: Zürich-Brüssel vergleichsweise sehr teuer

Billets d’avion: les vols Zurich-Bruxelles sont très chers

Tariffe aeree: tratta Zurigo-Bruxelles troppo cara

2. KURZMELDUNGEN/ BREVES/ IN BREVE

-           Tarife im öffentlichen Verkehr: Unabhängige Tarifaufsicht bleibt gewährleistet

-           Alters- und Pflegeheime sind auskunftspflichtig: Bundesverwaltungsgericht schützt Verfügung des Preisüberwachers

-           Marché de Montreux

>>> Newsletter_02_12.pdf (519,41 kb)

Ändern mit dem Fahrplan bald auch die Preise?

In einem Monat ziehen die SBB ihre Ruhewagen in der 2. Klasse aus dem Verkehr. Zu reden geben werden die SBB aber auch ausserhalb ihrer Wagenabteile.

Ohne Gegenwehr - auch von der Preisüberwachung - würden die SBB am 12. Dezember nicht nur auf den neuen Fahrplan umstellen, sondern auch die Billettpreise anheben. Denn wir sind noch mitten in der Krise - da müssen staatsnahe Betriebe auf die Volkswirtschaft Rücksicht nehmen. Darüber habe ich im März gebloggt.  Jetzt mehren sich die Anzeichen einer geplanten Preiserhöhung per Ende 2010. Auch wenn konkret bei mir noch nichts auf dem Tisch liegt.

Wir werden allfällige Tariferhöhungen ganz genau prüfen. Die SBB unterbreiten aufgrund ihrer besonderen Marktstellung allfällige Tariferhöhungen dem Preisüberwacher vorgängig. So geschehen 2007, als die SBB die sogenannten Distanzzuschläge auf gewissen "Parade-Strecken" erhöhen wollten. Auf diesen Schritt verzichtete die SBB schliesslich auf Drängen der Preisüberwachung (siehe einvernehmliche Regelung).Werden Sie bald tiefer in die Tasche greifen müssen?

In ihrem Befund schrieb die Preisüberwachung damals: Die Gewinne des Kernfernverkehrs sind hoch. Für die ganze Sparte lässt sich eine Tarifanpassung im Personenverkehr auf Grund der Gewinnbeurteilung nicht rechtfertigen. 

Ich verfolge die gegenwärtige Diskussionen mit Interesse. Und wenn die Pläne konkreter werden, werden wir uns intensiv damit beschäftigen. 

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