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Das Sparbillett-Paket wird in die Verlängerung geschickt

Auch von mir gute Nachrichten für die öV-Kundinnen und Kunden: Das Sparbillett-Paket, im Umfang von mindestens 100 Mio. Franken Rabatt, wird statt bis Ende Dezember 2020 bis Ende Juni 2021 laufen. Wegen der grassierenden Pandemie fährt der gesamte öV zurzeit stark reduziert. Sparbillette werden - wegen ihrer aktuell falschen Anreizwirkung - momentan nicht angeboten. Da sich diese Situation zeitnah nicht ändern wird, habe ich mich mit der SBB darauf verständigt, dass die Laufzeit des Sparbillett-Pakets um ein halbes Jahr verlängert wird. Das hilft der SBB in Zeiten der Krise und für die Kunden ist es ebenfalls vorteilhaft: Sie können vom vollen Umfang des Rabatt-Pakets profitieren.

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Le paquet de billets dégriffés est prolongé

J’ai également de bonnes nouvelles pour les clients des transports publics : Le paquet de billets dégriffés, avec une réduction d'au moins 100 millions de francs, sera valable jusqu'à la fin juin 2021 au lieu de la fin décembre 2020. En raison de la pandémie persistante, l'ensemble du système de transport public fonctionne actuellement à une cadence fortement réduite. Les billets dégriffés ne sont pour l’instant pas proposés en raison de leur attrait aujourd’hui mal venu. Comme cette situation ne changera pas dans un avenir proche, j'ai convenu avec les CFF que la validité du paquet de billets dégriffés sera prolongée de six mois. Cela aide les CFF en temps de crise et est également avantageux pour les clients : ils peuvent bénéficier de toute l'étendue du paquet de rabais.

 
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Proroga del pacchetto dei biglietti-risparmio

Delle buone notizie anche da parte mia per i clienti dei trasporti pubblici: il pacchetto dei biglietti-risparmio, equivalente a uno sconto complessivo di almeno 100 milioni di franchi, sarà prorogato fino alla fine del mese di giugno 2021 anziché fine dicembre 2020. Complice la pandemia dilagante, l’intero sistema dei trasporti pubblici sta infatti registrando una brusca battuta d’arresto. Attualmente nessuno propone biglietti-risparmio perché sarebbe come mandare un messaggio sbagliato e controproducente. Siccome la situazione non cambierà a breve, ho concordato con le FFS la proroga del pacchetto per sei mesi. Questo aiuterà le FFS durante la crisi e offre vantaggi anche alla clientela che potrà beneficiare interamente degli sconti.

Anpassung_zur_Gem_Erklaerung_27_Maerz_2020_unterzeichnet.pdf (236,58 kb)

Most Wanted: öV-Tarife zum Umsteigen

Trotz massivem Ausbau und grossen Investitionen, stagniert der Anteil des öffentlichen Verkehrs seit zehn Jahren.* Gleich mehrere gleichlautende Postulate sind Ende 2019 im Parlament eingereicht worden, mit dem Ziel, den Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr zu steigern. Der Bundesrat soll dem Parlament einen entsprechenden Massnahmenplan unterbreiten.**
Gewisse Bevölkerungsgruppen sind sehr stark auf den öffentlichen Verkehr angewiesen und haben keine Ausweichmöglichkeiten. Andere hingegen benutzen gerade im Freizeitverkehr selten den ÖV. Die Verkehrsmittelwahl wird neben anderen Faktoren auch stark vom Preis beeinflusst. Zur Steigerung der Attraktivität und damit zur Erhöhung der Nutzung des ÖVs, drängen sich deshalb preisliche Massnahmen auf. Dabei können entweder die Preise für Abonnements und Billette sinken und/oder diejenigen des motorisierten Individualverkehrs erhöht werden. Statt einer Erhöhung der preislichen Attraktivität sehen wir jedoch das Gegenteil - der ÖV wird ständig teurer, während der motorisierte Individualverkehr auch im Vergleich zur allgemeinen Teuerung günstiger geworden ist. Besonders beunruhigend ist, dass sich die preisliche Schere zwischen beiden Varianten in den letzten Jahren immer weiter zu Ungunsten des öVs geöffnet hat. Das zeigt auch mein backofenfrischer, aktualisierter Vergleich der Fahrtkosten***:
 
 
Über die Deutsche Bahn las man kürzlich : «Deutsche Bahn senkt Preise um zehn Prozent»***** .
Auch in der Schweiz bietet sich eine generelle Preissenkung von 2 bis 3% an, weil die Kosten 2021 sinken werden: Der Bund senkt den Trassenpreis. Mit einer solchen Tarifsenkung per Dezember 2021 kann das Auseinanderdriften der Kosten von Privatautos und vom öffentlichen Verkehr verringert werden, ohne dass die Abgeltungen erhöht werden müssten. Eine Gelegenheit, die es aus Sicht des Preisüberwachers dringend zu nutzen gilt. Die Kundinnen und Kunden bezahlen seit Jahren einen immer grösseren Anteil der Kosten des öffentlichen Verkehrs. Der Erfolg der Sparbillette zeigt, dass gezielte Vergünstigungen dem ÖV Mehrverkehr bescheren und die Leute zum Umsteigen vom Auto auf den ÖV bewegen können. Preissenkungen sind eine Massnahme, die sich prominent anbietet, um den Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr zu steigern.
 
* https://www.are.admin.ch/dam/are/de/dokumente/verkehr/publikationen/modalsplit-personenverkehr-schweiz.pdf.download.pdf/modalsplit-personenverkehr-schweiz-de.pdf
** Motionen 19.4443, 19.4444, 19.4445, 19.4446 - Titel: «Massnahmenplan zur Steigerung des öV-Anteils am Gesamtverkehr»
*** Die dabei verwendete Methodik entspricht derjenigen der früheren vergleichenden Analysen. Für eine genauere Beschreibung des Vorgehens verweise ich auf den Erläuterungsbericht aus dem Jahr 2016. Preisüberwachung (2016): «Bericht: Entwicklung der Fahrkosten im Strassen- und Schienenverkehr- Eine Untersuchung anhand von fünf exemplarischen Strecken in der Schweiz», Oktober 2016, abrufbar unter: https://www.preisueberwacher.admin.ch/dam/pue/de/dokumente/studien/Entwicklung%20der%20Fahrkosten%20im%20Strassen-%20und%20Schienenverkehr.pdf.download.pdf/27_10_16%20Bericht%20Entwicklung%20Strasse%20Schiene_d.pdf
4 https://www.tcs.ch/de/testberichte-ratgeber/ratgeber/kontrollen-unterhalt/kilometerkosten.php
***** ZEIT ONLINE: vom 20. Dezember 2019: https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-12/bahntickets-deutsche-bahn-preissenkung-verguenstigung-mehrwertsteuer-bahncard

öV: Kundenprobleme sind nun auch in der Politik angekommen

Per Postulat fordert Nationalrat Mathias Reynard den Bundesrat auf, einen Bericht vorzulegen, in dem «die Tarifgestaltung und die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs überprüft und Verbesserungsmöglichkeiten aus(ge)lotet» werden. 

Mit diesem Bericht soll «das bestehende System der Tarifgestaltung, dessen Finanzierung und dessen Inkohärenzen, die regional unterschiedlichen Deckungsbeiträge sowie Wege zur Verbesserung der Situation für die Benutzerinnen und Benutzer unter die Lupe genommen werden. Zu prüfen ist auch, ob es erstrebenswert ist, dass der Bund wieder die Kontrolle über die Tarifgestaltung erlangt, indem er ein Einsichtsrecht, ein Recht auf Stellungnahme oder ein Vetorecht bezüglich der Tarife erhält.»

Die genannten Probleme sind der Branche lange bekannt. Ich erhalte fast täglich Meldungen von unzufriedenen öV-Kunden, die unlogische, nicht nachvollziehbare und inkohärente Preise beklagen.

Seit Jahren fordere ich die Branche auf, die Probleme im Sinne der Kunden anzugehen und Lösungen zu implementieren. Sichtbar passiert ist wenig. Währenddessen hat sich die Einnahmensituation des Regionalverkehrs deutlich verbessert. Denn die Kunden zahlen immer mehr auch im subventionierten Regionalverkehr. Da der nichtsubventionierte Fernverkehr ohne Massnahmenpakete seit Jahren höhere Gewinne als angemessen erzielen würde, fordere ich ab Dezember 2020 allgemeine Tarifsenkungen. Auch das Bundesamts für Verkehr (BAV) erwartet, dass Kosteneinsparungen an die Kunden weitergegeben werden sollen.

Die für allgemeine Preissenkungen sprechenden Gründe habe ich dargelegt und diese ebenfalls veröffentlicht.

Beim Regionalverkehr stossen die Forderungen bisher auf wenig Gehör. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Regeln weitestgehend von der Branche selbst gemacht werden.

Deshalb kann ich nachvollziehen, dass die Geduld am Ende ist und der Ruf nach mehr Kontrolle laut wird.

Der Bundesrat befürwortet die Erstellung dieses Berichts. Ich hoffe, das Parlament wird diese Einschätzung teilen.