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Anregungen zum Kosten sparen im Medikamentenbereich

Heute ist der neueste Newsletter der Preisüberwachung erschienen. Darin erinnerte ich das Departement des Innern an Massnahmen, die der Preisüberwacher schon vor mehreren Jahren gefordert hatte – z.B. ein ausgedehnter Preisvergleich, eine schneller Preisanpassung etc.

Anreize richtig setzen 

Zudem setze ich mich in der näheren Zukunft für Massnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Anreize im Medikamentenmarkt ein: Einerseits empfehle ich eine Förderung von Generika mittels Beseitigung falscher Verkaufsanreize bei den Apotheken sowie einen Übergang auf die in Deutschland bereits praktizierte Medikamenten-Vergütung auf Basis des jeweils günstigsten Wirkstoffes (sog. Festbetragssystem). Andererseits setzte ich mich dafür ein, dass die Medikamentenkosten in den Kostengewichten für die künftigen SwissDRG-Fallpauschalen vollumfänglich eingerechnet werden, um damit die Spitäler zu einem kostensparenden Einkaufsverhalten bei den Heilmitteln anzuhalten.

Bildquelle: flickr

Kommentare (3) -

  • Stephan Gerber

    19.06.2009 12:12:56 |

    Sehr geehrte Leser und Leserinnen

    Wir von der Apothekenbranche sind der Meinung, dass die Diskussion um günstigere Medikamentenpreise langsam ein Ende haben muss. Es ist erwiesen, dass wir in der Schweiz bei einigen Produkten bereits heute günstiger sind als das benachbarte Ausland. Ebenso müssen in diese Diskussion auch die Nebenkosten (Lohn, Miete, etc.) einfliessen. Wir haben keine Probleme mit günstigeren Medikamentepreise sofern wir auch die Nebenkosten dem Ausland anpassen könnten. In Deutschland verdient eine Pharma-Assistentin 1400 Euro brutto (2100.00 CHF) in der Schweiz dagegen sind es um die 3800.00 bis 4000.00 CHF.
    Die Lösung des Problems liegt in der falschen Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten. Wir sind das einzige Land in Europa wo ein Arzt Medikamente abgeben und verkaufen darf. Dies schafft ebenfalls einen Anreiz für die Ärzte unnötige oder vorschnelle Diagnosen zu stellen um Medilamente verkaufen zu können.
    Zum Schluss möchte ich noch eine erschreckende Zahl nennen. Wir nehmen in unserer Apotheke, wie übrigens in der ganzen Schweiz in fast jeder Apotheke, gratis Medikamente zur Entsorgung zurück. Im vergangen Jahr bewegt sich die Summe der entsorgten Medikamente bei uns im Bereich von 100'000.00 CHF. Wobei nur etwa 1/3 dieser Medimkante über Apotheken verkauft worden ist.
    Gerne können Sie sich, Herr Meierhans, bei uns ein Bild über die Apotheken machen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Stephan Gerber

  • Marc Cathomen

    22.06.2009 15:46:17 |

    Hallo Stefan,
    Gerade lese ich, dass die Novartis in Shanghai ein neues Forschungszentrum eröffnen möchte. Gleichzeitig argumentiert die Pharmalobby (und leider auch meine Partei, die CVP), dass eine Zulassung von Parallelimporten den Forschungsstandort Schweiz in Frage stellen würde.
    Ich frage mich: Hat Bundesrat von der Pharmaindustrie konkrete Forderungen  inkl. Verträgen bezüglich Forschungsstandort ausgehandelt oder war das Ganze ein bedingungsloser Kniefall?
    So wie's aussieht nimmt Vasella die Millionen gerne aus der Schweiz und bringt sie zu seinen Freunden nach Schanghai (er ist ja Berater vom Shanghaier Stadtpräsi).

    Ich fordere mehr Mut von den Politikern. Wenn man sieht, dass die Schweiz unzählige hochqualifizierte Deutsche anzieht, dann muss ja auch ein entsprechendes Job-Angebot in der Schweiz existieren. Die Schweiz sollte  die Forschungsbedingungen verbessern und nicht den Forschenden eine Wiese zum abgrasen bieten.

    Lieber Gruss und weiter so!
    Marc Cathomen



  • Thomas Mayer

    26.06.2009 18:21:43 |

    Sehr geehrte Herr Meierhans

    Mit etwelchem Erstaunen, aber auch einiger Verärgerung habe ich Ihre Äusserungen zu den Medikamentenmargen zur Kenntnis genommen. Als langjähriger Hausarzt auf dem Land und gesund-heitspolitisch interessierter Arzt erlaube ich mir einige Bemerkungen. Dabei kann ich anfügen, dass ich selber eine volle Selbstdispensation betreibe.

    Es ist eine Tatsache, dass bei jeder gesundheitspolitischen Diskussion der hohe Stellenwert der Hausärzte betont wird und vor allem die Kantone Modelle zur Förderung der Hausarztmedizin entwickeln. Sobald es aber um die Tarife geht, sind die Hausärzte die Leidtragenden.

    Es muss Ihnen bekannt sein, dass die hausärztlichen Einkommen in den letzten Jahren im Vergleich zur Teuerung massiv gesunken sind. Ebenfalls bekannt ist, dass das hausärztliche Einkommen auch in der Ostschweiz aus den Tarmed-, den Labor- und Medikamentenvergütungen besteht. Nach dem Bundesrat Couchepin bereits die Laboreinkommen mehrfach gesenkt hat, wollen sie nun auch die Medikamentenmarge angehen. Damit schmälern sie, ob sie es wollen oder nicht, die hausärztlichen Einkommen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass santesuisse via Tarmed diese Einkommensverluste ausgleichen wird, auch wenn mir noch so sehr dafür kämpfen werden. Oder werden Sie uns dabei unterstützen?

    Bei einem vollständigen Verzicht auf die Selbstdispensation werden mit Sicherheit höhere Kosten anfallen. Das zeigen die kantonalen Vergleiche in der Schweiz. Neben den höheren Entschädigungen für die ärztlichen Leistungen müssten dann auch die Medikamente bei den Apothekern inklusive Abgabetaxen bezahlt werden, zudem müssen Rezepte ausgestellt werden. Dies dürfte eigentlich allgemein bekannt sein, wird aber ignoriert, nur weil man nach dem Motto „wer verschreibt, verkauft nicht“, leben will.

    Kann ich weiterhin Medikamente bei sinkender Marge abgeben, sinkt einfach mein Einkommen und der Hausarztberuf wird noch unattraktiver. Im Toggenburg sind bereits mehrere Arztpraxen verweist, weil keine Nachfolger mehr gefunden werden konnten.

    Die Spitäler leben schon heute nach dem Motto, dass sie die Medikamente nur verschreiben, aber nicht abgeben. Dieses System ist keinesfalls besser. Es werden häufig grosse Packungen verschrieben, die nicht nötig wären, es werden andere Medikamente als vom Hausarzt verordnet abgegeben oder immer wieder die neusten Medikamente verschrieben, weil die Spitäler damit bemustert werden. Das Kostenbewusstsein ist viel schlechter entwickelt, wenn ich nur ein Rezept schreibe.

    Uns Ärzten nur zu unterstellen, dass wir vorwiegend am Gewinn und nicht an der guten Versorgung unserer Bevölkerung interessiert sind, ärgert uns enorm und entspricht in keiner Art und Weise der Realität.
    Ich bitte Sie, Ihre Empfehlungen zu überdenken und insbesondere auch in einen grösseren, gesund-heitspolitischen Zusammenhang zu stellen, wonach dem Hausarztberuf Sorge getragen werden sollte. Ich hoffe zumindest, dies sei auch ihr Anliegen.

    Herzliche Grüsse
    Dr. med. Thomas Mayer, Degersheim

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